Vöttinger Straße: die Hauptachse zum Campus der TU und der Hochschule Weihenstefan

Die von der Karlswirtkreuzung in den Stadtteil Vötting führende „Vöttinger Straße“ ist die Hauptverbindungsachse aus der Innenstadt zu den Hochschul- und Universitätseinrichtungen in Weihenstefan. An der Hochschule Weihenstefan studieren über 6.000 Studierende und im Wissenschaftszentrum der TU München weitere 4.000 Studierende.

Diese Achse wird daher von vielen Studierenden und Mitarbeiter*innen des Wissenschaftszentrum Weihenstefan der TU München und der HSWT benutzt, die teilweise als Einpendler mit der S-Bahn oder den Regionalzügen in Freising ankommen und am Bahnhof ein Fahrrad abgestellt haben. Mit dem Fahrrad fahren Sie dann entlang der Saarstraße / Johannisstraße und die Vöttinger Straße zum Campus.

Aus Richtung Innenstadt kommend ist im ersten Abschnitt (bis zum Radl Ruhland) zwar inzwischen stadtauswärts ein sog. Radschutzstreifen abmarkiert.

Stadteinwärts ist zwar Platz für einen komfortablen Pkw-Parkstreifen – nicht aber für einer Fahrradstreifen!

Auch an dieser Stelle ist ein Fahrradstreifen in Fahrrichtung Innenstadt zu fordern.

Gleichzeitig ist die Markierung in diesem – und dann auch den folgenden Bereichen – allerdings relativ unauffällig gehalten.
Anfangs wurde der Fahrradschutzstreifen – wohl auch weil er eben optisch nicht optimal hervorgehoben wird – auch des öfteren als Parkstreifen missbraucht. Aber inzwischen sind sich die Kfz-Fahrer scheinbar mehrheitlich bewusst, dass dies kein Parkstreifen ist.

Vöttinger Straße Nähe Karlswirtkreuzung
Vöttiner Straße innerer Bereich: nur einseitiger Fahrradschutzstreifen
Vöttinger Straße auf Höhe Radl Ruland
Vöttiner Straße innerer Bereich: nur einseitiger Fahrradschutzstreifen

Ab der Höhe der Einmündung der Thalhauser Straße (rechts im Bild Richtung Allershausen) gegenüber von Radl Ruland ist der Fahrradschutzstreifen dann beidseitig ausgeführt.

Wünschenswert wäre auch hier hier im gesamten weiteren Verlauf eine flächige Markierung mit roter Farbe, damit die Widmung des Streifen für die Radfahrer*innen auch augenfällig wird.

Sicherlich auch aufgrund der insuffizienten optischen Markierung wird der Fahrradschutzstreifen auch immer von von Kfz überfahren, ohne dass hier wegen Gegenverkehr eine Notwendigkeit bestünde.

… zumindest ist die Mitnutzung des Gehwegs für unsicherer Radfahrer*innen erlaubt – auch wenn damit die Konflikte wieder in das Verhältnis zwischen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen verlagert werden, wie dies Jahrzehnte typisch war für Radverkehrspolitik.

Vöttinger Straße Richtung Campus
Radschutzstreifen wird teilweise nicht beachtet und kann Radfaher*innen gefährden
Vöttinger Straße Campus Weihenstefan
Vöttiner Straße äußerer Bereich: zumindest beidseitiger Radschutzstreifen

Trotz aller Optimierungsmöglichkeiten ist die durchgängige Ausführung des Fahrradschutzstreifens bis zum Campus als prinzipiell positiver Ansatz zu würdigen.

Dass dieser Schritt notwendig war, belegt auch die Tatsache, dass die Vöttinger Straße in der Vergangenheit eine Schwerpunkt von Unfällen von Radfahrer*innen war.

Ob die Fahrradschutzstreifen in der aktuellen Form ausreichen, um die Sicherheit der Radfahrer*innen signifikant zu erhöhen oder ob eine weitere Verbesserung unbedingt notwendig ist, müssen die künftigen Unfallzahlen beweisen.

Um mehr Platz für Fahrradstreifen mit einer größeren Breite (der Radentscheid formuliert hier 2,30 m als Zielsetzung) zu gewinnen, wird im Mobilitätskonzept der Stadt Freising von 2019 die „Umwandlung der Wippenhauser Straße in eine Einbahnstraße“ (S. 83) als Option angesprochen.

Dabei ist natürlich eine sog. „Unechte Einbahnstraße“ gemeint, bei der die Durchlässigkeit für Radfahrer*innen in beide Richtungen erhalten bleibt.

Sofern nicht anders bei den einzelnen Bildern  angegeben, Photos auf dieser Seite Andreas Kagermeier