Der Bahnposten 15 ... oder die unendliche Geschichte

Nur wenige Stellen in Freising haben wohl schon so viele Radfahrer*innen fluchen gehört, wie das Nadelöhr zwischen dem Stadtteil Lerchenfeld und der Innenstadt. Am ehemaligen sog. „Bahnposten 15“ gelegen wurde der frühere oberirdische Bahnübergang aus Sicherheitsgründen Anfang der 1970er Jahre aufgegeben. Für den den motorisierten Verkehr wurde stattdessen die großzügige Isarbrücke gebaut. Dem damaligen verkehrspolitischen Zeitgeist entsprechend sind Fußgänger*innen und Radfahrer*innen in eine enge Unterführung verwiesen worden.

Für die vielen Freisinger*innen, die von Lerchenfeld in die Innenstadt oder von der Innenstadt nach Lerchenfeld fahren, stellt diese Unterführung oftmals die kürzeste Verbindung dar.

Bahnosten 15 Eingang Nord

Durch dieses Nadelöhr müssen sich viele Freisinger*innen jeden Tag mit ihrem Fahrrad quälen, wenn sie aus Lerchenfeld in die Innenstadt gelangen wollen oder aus der Innenstadt nach Lerchenfeld.

Bahnosten 15 Innen
Bahnosten 15 Eingang Nord

Seit vielen Jahren wird über eine fahrradfreudlichere Gestaltung einer anderen Querung der Bahngleise diskutiert. Ziel soll es sein, dass Radfahrer*innen ohne zweimaliges Absteigen und Schieben über die (ursprünglich für Kinderwägen gedachten) Rampen die Bahngleise queren können.

So titelte das Freisinger Forum bereits 2012:
Bahnposten 15 „eine Zumutung“

2013 wurde zum Bahnposten 15 von Ulrich Vogel, dem Verkehrsexperten der ÖDP-Fraktion im Freisinger Stadtrat auf die bereits damals mehr als 10-jährige Diskussion verwiesen:
„Die seit gut zehn Jahren in den städtischen Schubladen verstaubenden Pläne für eine zeitgemäße Zentralunterführung am ehemaligen Bahnposten 15. Das historische Eingangstor der Altstadt von Lerchenfeld – nur über eine enge, dunkle, zumeist stinkende Unterführung ohne brauchbare Rampen erreichbar! Hier gehört eine einladende, breite, mit  Langrampen versehene Zentralunterführung her, die das Unterqueren der Bahn für Fußgängern und Radfahrer einfach und angenehm gestaltet! Andere Städte zeigen hier schon lange, was möglich wäre.“ (Quelle)

Und im Freisinger Tagblatt wird 2019 angesichts der sich seit Jahren ohne irgendeine Verbesserung hinziehenden Diskussion im Kommunalparlament:
Der Umbau der „Unterführung am ehemaligen Bahnposten 15 in Freising entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte „

Bei einem Radentscheid dürfen keine konkreten Projekte mit entsprechenden Investitionskosten gefordert werden. Dies würde in die Finanzhoheit der Kommune eingreifen.  Gleichwohl ist die Schaffung einer angemessenen Durchfahrt für Radfahrer*innen an dieser neuralgischen Stelle selbstverständlich im Ziel 2:

Durchgängiges, leistungsfähiges Radvorrangnetz

implizit mit enthalten. 

Sofern nicht anders bei den einzelnen Bildern  angegeben, Photos auf dieser Seite Andreas Kagermeier