Geschützte Radstreifen in Berlin: Mut zum Experiment

Im Frühjahr 2020 haben viele im Zuge der Corona-Situation das Fahrrad (neu) entdeckt.
Die Zahl der Fahrradfahrer*innen ist an vielen Orten deutlich gestiegen. Sei es, um sich während der diversen Lockdown-Phasen körperlich zu bewegen, um Menschenansammlungen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden oder sich einfach an der frischen Luft aufzuhalten. Das Fahrrad erfuhr eine Renaissance wie schon lange nicht mehr. An einer Dauerzählstelle in München waren im April und Mai 2020 Zuwächse von gut 20 % im Vergleich zu 2019 zu verzeichnen.

Um der zusätzlichen Nachfrage Rechnung zu tragen, wurden in vielen Städten sog. Pop-Up-Bikelanes ausgewiesen. In München, sind diese trotz der gestiegenen Nachfrage inzwischen wieder verschwunden. Anders in Berlin. Dort wurde von Beginn an darauf abgezielt, die Pop-Up-Fahrradstreifen auch dauerhaft zum Bestandteil des Radnetzes weiter zu entwickeln. Fahrrad umgestiegen.

Dabei wurden zunächst pragmatisch provisorische Lösungen realisiert, die in wenigen Tagen umgesetzt worden sind.

Geschützte Fahrradstreifen Berlin

Geschützte Radstreifen in Berlin
Quelle: Felix Weisbrich (2021)

Gefährliche Situationen ohne Radfahrschutzstreifen in Berlin

Gefährlichen Situationen für Radfahrer*innen ohne Radstreifen …
Quelle: Felix Weisbrich (2021)

Kurzfristig und pragmatisch umsetzbare Zwischenlösungen statt langatmiger Planung

… wurde schnell durch pragmatische provisorische Lösungen Abhilfe geschaffen
  Felix Weisbrich (2021)

Pragmatisch und auch mit Mut zum Experiment und zu Zwischenlösungen, die ausprobiert werden, wurde auch bei den Absicherungen der Protected Bike Lanes vorgegangen.
Nach der provisorischen Absicherung mit (Baustellen-) Baken wurden vier niedrigere Lösungen ausprobiert (unten links).
Optionen für in den Boden eingelassene niedrige Trennelemente

Unterschiedliche Optionen für sog. Armadillos
Quelle: Felix Weisbrich (2021):

Präferierte Bodenmarkierung für Prtected Bikelanes

Die aktuell in Berlin favorisierte Variante
Quelle: Felix Weisbrich (2021)

Quelle für die oben stehenden Abbildungen: Felix Weisbrich (Leiter Straßen und- Grünflächenamt Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin) (2021):
Platz da! Die Krise als Katalysator der urbanen Flächennachfrage. Vortrag am 11. Januar 2021
Nach einer Testphase mit mehreren Barrieren (Photo oben links) zur Absicherung der Radwege wurde inzwischen die oben rechts dargestellte (grüne) Barriere ausgewählt. Hat Reflektoren zur Erkennbarkeit in der Nacht, kann in Notfällen auch von Einsatzfahrzeugen überfahren werden und stellt trotzdem (mit einer steilen Seite zur Kfz-Fahrspur) eine klare physische Barriere dar.

 

Ein gutes Beispiel, wie entsprechendem kommunalpolitischem Willen und einer engagierten fahrradorientierten Verwaltung mit dem Mut zu pragmatioschen (Zwischen-) Lösungen dann Fahrradförderung effizient voran getrieben werden kann.

Solche Grundhaltungen und Vorgehensweisen würde sich der Radentscheid auch in Freising wünschen!

Geschützte Radfahrstreifen werden auch im Mobilitätskonzept vn Freising von 2019 (S. 255) bereits als Option für hochwertige und sichere Radfahrinfrastruktur erwähnt.

Also: ran an die Umsetzung !

Nicht erst ewig planen, sondern handeln sollte das Gebot der Stunde sein.

Geschützte Radfahrstreifen werden auch im Mobilitätskonzept vn Freising als Option bereits erwähnt
Qzuelle: Mobilitätskonzept Stadt Freising. Freising 2019, S. 255